Wasser ist ein kostbares Gut – Der 1. Wetterauer Wasserlauf war ein riesengroßer Erfolg

Wasser wird immer knapper – bei uns in der Wetterau aktuell, in vielen Teilen der Welt schon lange und extremer. Etwa in Uganda, wo der Verein »helpcore« die Waisenschule Sserinya mit konkreten Projekten unterstützt. Für den Bau eines Wasserturms haben über 600 Schülerinnen und Schüler am Donnerstag Geld gesammelt.

Das Organisations-Team

Das Projekt zur Trinkwasserversorgung der Schule wird unterstützt vom Rotary Club Bad Nauheim-Friedberg. Er hat bereits 7000 Euro an Spenden gesammelt und nun den 1. Wetterauer Wasserlauf zwischen Friedberg und Bad Nauheim durchgeführt.

Über 600 Schülerinnen und Schüler aus den 5. und 6. Klassen der Augustiner- und der Ernst-Ludwig-Schule sowie zwei Klassen der Waldorfschule nahmen teil. Jedes Kind trug einen Rucksack mit einer mit mehreren Litern Wasser gefüllten Flasche. Es soll den täglichen Weg eines afrikanischen Kindes simulieren, um an Wasser zu gelangen. An sechs Stationen drehte sich alles ums Wasser, mal spielerisch, mal informativ und lehrreich. Den Startschuss gab in der Ernst-Ludwig-Schule in Bad Nauheim der Bürgermeister Klaus Kreß.

Mobile Wasserfilter für die Ukraine

Spielen, basteln und chillen stand im Junity Friedberg im Vordergrund. Es wurde ein Wassertransportlauf durchgeführt, bei dem es galt, möglichst wenig Wasser zu verlieren. Die Kletterwand wurde viel genutzt und für jeden gab es ein Wassereis als Stärkung.

An mehreren Tischen konnten »nachhaltige Wasserbomben« aus Papier gebastelt werden. »Das ist super«, meinten die Fünftklässler Philipp von Lucke und Rian Özdil aus der Augustinerschule. »Ich finde es gut, zu erfahren, wie es den Kindern in Afrika geht«, sagte Rian und für Philipp stand fest: »Das Thema Wasser muss angesprochen werden.«

Sauberes Wasser ist schon seit 2006 das Thema von Professor Franz-Bernd Frechen, der mit Studenten an der Uni Kassel den mobilen Wasserfilter »PAUL« entwickelt hat. Direkt an der Usa, unter der B3-Brücke, stellte er seinen inzwischen 3600-mal ausgelieferten mobilen Wasserfilter vor.

2010 gingen die ersten Filter nach Pakistan. Inzwischen werden sie laut Brechen in 89 Ländern eingesetzt. »Seit Kriegsbeginn wurden über 200 Filter in die Ukraine geliefert«, berichtete er.

Einige Hundert Meter weiter stand mitten in der Talaue das Löschfahrzeug der Bad Nauheimer Feuerwehr. Tristan Eigenwillig und Antonia Dallwitz von der Feuerwehr Nieder-Mörlen und Max Reichert von der Kernstadtwehr erläuterten den interessierten Kindern die Ausstattung des Fahrzeugs. Die meisten legten an den Stationen die Rucksäcke ab, so auch Matti Klose aus der Klasse 5d der Ernst-Ludwig-Schule. »Alles, was auf der Erde geschieht, wurde von Menschen gemacht. Und wenn der Nordpol zur Tropeninsel wird, ist es zu spät«, warnte der Zehnjährige aus Steinfurth.

Vom Löschfahrzeug war es nicht weit zur Bad Nauheimer Kläranlage. Auf dem Weg dorthin konnten sich alle Teilnehmer am Stand des Hauptsonsosrs Rosbacher Brunnen – neben den fast 20 Unterstützern und Sponsoren des Wasserlaufs – mit Mineralwasser stärken. Vor dem Becken erklärte Betriebsleiter Markus Klug kurz den Ablauf in einem Klärwerk. »Wir machen hier kein Trinkwasser, das saubere Wasser fließt direkt in die Usa«, so der Abwassermeister.

Vermisst wurde das angekündigte mobile 1000 Liter Wasser fassende Tretbecken des Kneipp-Vereins in der Nähe des Wasserrades. »Wegen des Entnahmeverbots durfte die Feuerwehr das Wasser nicht aus der Usa pumpen, obwohl wir es ja wieder zugeführt hätten«, sagte Kassierer Jörg Amend, der mit Ehefrau Stephanie sowie Hubert Polag und Lisa Beck so nur das Glücksrad mit vielen gestifteten Preisen betreuen konnte.

Einen Tipp hatten die vier Kneippianer jedoch: »Geht doch zum nahen Wasserspielplatz.« Dem kamen die meisten Klassen bei Temperaturen bis 25 Grad gerne nach.

Und die mehreren Tausend Wasserfläschen inkl. Kästen wurden den Schulen von den Rosbacher Quellen gespendet und sorgen für langanhaltene Erfrischung. Vielen Dank!

Quelle: https://www.fnp.de/lokales/wetteraukreis/friedberg/wasser-ist-ein-kostbares-gut-91681800.html

Große Hilfe aus der Wetterau – 5 Jahre später

1. Wetterauer Wasserlauf für neuen Wasserturm im Waisenhaus in Uganda

Bereits vor fünf Jahren am 26.09.2017 berichtete die Wettrauer Zeitung über ein großartiges Projekt in Uganda.

Das Waisenschule Sserinya Primary School im Victoriasee in Uganda hat mittlerweile 200 Schulkinder. Dank der Unterstützung und Organisation durch die Hilfsorganisation Helpcore mit Hilfe des Rotary Clubs Bad Nauheim Friedberg, konnte Strom und fließend Wasser in der Schule realisiert werden. Trinkwasser wird manuell mit Hilfe einer kleinen Version des Wasserfilters PAUL hergestellt. Das soll nun geändert werden.

Am 21.07.2022 zwischen 8:00 und 12:00 laufen die Schüler der 5. Und 6. Klassen der Augustinerschule Friedberg, der Ernst Ludwig Schule Bad Nauheim und zwei Klassen der Waldorf schule Bad Nauheim mit einigen Litern Wasser auf dem Rücken durch die Usa Aue. Das simuliert den Weg und das Gewicht an Wasser, das ein afrikanisches Kind gleichen Alters täglich überwinden muss, um frisches Wasser zu haben. Rund 600 Schüler/innen werden dabei am Start sein.Organisiert durch den Rotary Club und unterstützt durch Hassia Mineralbrunnen sind auf dem Rundlauf einige interessante Stationen vertreten. Besonderer Dank gilt hier dem Kneipp Verein Bad Nauheim, dem Klärwerk Bad Nauheim, dem Junity Friedberg und der Freiwilligen Feuerwehr und Jugendfeuerwehr Bad Nauheim. Alle genannten haben entlang der Strecke Stände mit einem Schwerpunkt zum Thema Wasser. Als besonderes Highlight steht Professor Frechen an der Usa und führt den von ihm erfundenen Wasserfilter PAUL vor (Streckenplan in der Anlage).

Natürlich ist jeder willkommen an diesem Morgen zwischen 8:30 und 12:00 die interessanten Stände entlang der Strecke zu besuchen (Streckenplan unter www.wasserwandern.net) und natürlich zu spenden.

Ziel ist es das Bewusstsein für die Ressource Wasser zu stärken und natürlich konkret Spenden zu realisieren (sehr einfach unter www.wasserwandern.net). Dank einiger Sponsoren und der großzügigen Unterstützung durch Hassia Mineralbrunnen sind bereits im Vorfeld über 7000 Euro an Spenden generiert worden. Mit 10.000 Euro ließe sich vor Ort in Uganda ein kompletter Wasserturm mit neuen Pumpen und entsprechender Infrastruktur errichten. Über weitere Spenden und Sponsoren würden wir uns sehr freuen.

In der Zukunft soll der Wetterauer Wasserlauf jedes Jahr stattfinden. Immer wieder mit den Schülern der 5. Und 6. Klassen und natürlich für jeden interessierten Mitläufer. Die Zusage unseres Hauptsponsors für die Zukunft haben wir bereits. Wir hoffen auf großes Interesse und einen großen Erfolg.

Von Rosmarin bis Salbei

Rosmarin-Weiden, Frauenmantel, Apotheker-Salbei, Apfel-Rose: Dabei handelt es sich nur um eine kleine Auswahl der naturnah ausgewählten Pflanzen, die vor kurzem im Außenbereich der Fachberatungsstelle für Menschen in sozialen Notlagen von Mission Leben »W15« gepflanzt worden sind. Die Initiative ging vom Rotary-Club Bad Nauheim/Friedberg aus, der die ambulante Hilfe für wohnungslose Menschen schon seit Jahren unterstützt.

Dazu gehören unter anderem die Finanzierung des regelmäßig angebotenen Mittagstischs, notwendiger Anschaffungen (zum Beispiel Waschmaschine, Trockner etc.) und viele andere Aktionen. Tatkräftige Unterstützung bei der Arbeit erhielten die Helfer des Rotary-Clubs und das ambulante Team des »W15« auch durch Klienten, die angrenzende Nachbarschaft und die Vermieterfamilie Wolff.

Von morgens bis nachmittags waren alle mit hoher Motivation und Freude dabei. Für die entsprechende Erfrischung zwischendurch und ein gemeinsames Grillen zum Abschluss war ebenfalls gesorgt, so dass am Ende des Tages alle erschöpft, aber mit der gemeinsam verrichteten Arbeit zufrieden nach Hause gehen konnten.

Traummusik traumhaft gespielt

»Man muss keine großen Musikvorkenntnisse haben, man muss nur sagen: Ist das schön!«, stimmte der ehemalige hr-Posaunist Professor Hans Rückert auf das fulminante Konzert ein. Ob Mozarts 1. Preußisches Quartett, Beethovens Streichquartett in c-Moll oder das Opus 13 des jungen Felix Mendelssohn Bartholdy – sie waren alle drei wunderschön. Mozart nicht zu brav, Beethoven leidenschaftlich, Mendelssohn ausgefeilt. Dazu gab die hervorragende Akustik in der Dankeskirche das nötige Quäntchen Hall, dass die Geigen silbern, Bratsche und Cello transparent klingen ließ.

Nadine Blumenstein und Alexandra Raab, Violine, Stefanie Pfaffenzeller, Viola und Claude Frochaux, Cello, spielten mit ebenso viel Feingefühl wie Vehemenz und voller Esprit. Sie gaben der Dramatik Raum, blieben höchst präsent und präzise. Sie zeigten Perfektion nicht nur in der Technik, sondern auch in der Übereinstimmung. Man hatte das Gefühl, sie erzählten mit ihrem Spiel eine mitreißende Geschichte.

Rückert hatte in einer kleinen Einführung zuvor geschildert, in welchen Situationen die Werke entstanden. Der Wunderknabe Mozart schrieb die preußischen Quartette in großer finanzieller Not und wollte sich 1789 damit dem Cello spielenden Preußenkönig Friedrich Wilhelm II. empfehlen. Der aber empfing ihn nicht einmal. Andere berühmte Cellisten wussten das mehr zu schätzen. Dieses Quartett ist gesanglich angelegt und wird, auch weil es in der Frühlingstonart A-Dur steht, gelegentlich das Frühlingsquartett genannt. Sein besonderer Reiz liegt darin, dass das Cello auf einer Ebene mit der ersten Violine korrespondiert.

So eingestimmt folgte Beethoven, der Zweifler, wie Rückert ihn nannte. Erst in der Lebensmitte näherte sich Beethoven dem anspruchsvollsten Genre der Kammermusik. Im c-Moll Quartett op.18 Nr.4, griff er auf Entwürfe aus seiner Jugend zurück. Zwei Jahre arbeitete er daran, bevor 1800 alle sechs Quartette verlegt wurden und damit symbolisch die Zeit des Streichquartetts im 19. Jahrhundert begann. Die Nummer vier besticht durch orchestrale Klangfülle, die das Brentano-Quartett überzeugend herausholte. Die konzertante Violine von Alexandra Raab glänzte, wie später auch Nadine Blumenstein, mit technischen Finessen.

Mendelssohn hat Beethoven nur um 20 Jahre überlebt und doch eine ganz eigene Art zu komponieren entwickelt. Und weil das Orchester in der Romantik immer größer wurde, agierte er auch als Dirigent. Der »Intellektuelle« schrieb schon als Kind erste Werke, mit 18 Jahren dann das a-Moll Quartett. Hierin verarbeitete er einen Traum von Elfen und Zauberwesen. Romantische Sehnsucht und jugendliche Experimentierfreude neben Bachscher Strenge machen gerade den zweiten Satz besonders originell. Auffallend ist, dass er mehrfach Beethoven zitiert.

Für Geflüchtete vor Ort

Das Brentano-Quartett ist eine Formation des Frankfurter Brentano-Ensembles. Es hat sich vornehmlich auf unbekannte Werke spezialisiert. Die drei Musikerinnen und ihr Kollege weisen zahlreiche Soloauftritte und Preise auf und engagieren sich auch in anderen Ensembles.

Pfaffenzeller war 2019 Mitglied im Orchester der Bayreuther Festspiele. Frochaux gründete 2008 das Monte-Piano-Trio und ist künstlerischer Leiter des Kammermusikfestivals Sylt und Musica+ in Frankfurt. Mit dem Erlös aus dem Benefizkonzert unterstützt der Rotary-Club ukrainische Flüchtlinge in Bad Nauheim und Friedberg.

Quelle: https://www.wetterauer-zeitung.de/wetterau/bad-nauheim-ort78877/traummusik-traumhaft-gespielt-91503650.html

Geflüchtete vor Ort unterstützen – Rotary-Club startet Benefizkonzert

Unter dem Motto »Hören – Spenden – Helfen« veranstaltet der Rotary-Club am 23. April um 18 Uhr ein Benefizkonzert in der Bad Nauheimer Dankeskirche mit dem Brentano-Quartett Frankfurt.

Auf dem Programm stehen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Felix Mendelssohn-Bartholdy. Der Erlös des Konzerts soll in diesem Jahr für die Unterstützung ukrainischer Flüchtlinge in Bad Nauheim und Friedberg verwendet werden.

»Wir sind sehr glücklich darüber, dass nach zwei coronabedingten Absagen das siebte Benefizkonzert in Bad Nauheim in diesem Jahr zustande kommt. Wir alle haben die schrecklichen Bilder aus der Ukraine vor Augen und blicken in die sorgenvollen Gesichter der Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten. Diesen Menschen möchten wir mit dem Konzerterlös helfen«, sagt Jens Passmann, aktueller Präsident des Rotary-Clubs Bad Nauheim-Friedberg.

Das Brentano-Ensemble Frankfurt hat sich mittlerweile ein umfangreiches Repertoire dieser Werke erarbeitet und wird für einige Projekte durch Bläser ergänzt. So entstehen interessante und spannende Programme, die sowohl dem Publikum als auch den Musikern immer wieder neue musikalische Erlebnisse bieten. In der Dankeskirche sind Mitglieder des Brentano-Ensembles als Quartett zu erleben.

Mit Blick auf die besonderen aktuellen Umstände soll der Erlös des 7. Benefizkonzerts des Rotary-Clubs B dafür verwendet werden, Flüchtlingen aus der Ukraine, die in Bad Nauheim und Friedberg eine Bleibe gefunden haben, zu unterstützen.

Grundsätzlich dient der Erlös des Benefizkonzerts dazu, vorrangig regionale oder lokale soziale Projekte zu fördern. Der Rotary-Club Bad Nauheim Friedberg unterstützt unter anderem das Projekt »Neue Orgel Dankeskirche«, das Karl-Wagner-Haus in Friedberg, die Hospizhilfe Wetterau, INKA, das Mütter- und Familienzentrum in Bad Nauheim, die Kinderfarm Jimbala in Friedberg, die Lebensgemeinschaft Bingenheim und das Theater Altes Hallenbad in Friedberg.

Auch international unterstützt der Club zahlreiche Projekte.

Hauptsponsoren des Benefizkonzerts sind in diesem Jahr die Innius RR GmbH aus Rosbach, die BLFP Planungs GmbH, Friedberg, Gesundheitszentrum Wetterau, Bad Nauheim, und das Autohaus Fulda Krah & Enders aus Fulda. Darüber hinaus unterstützen weitere Unternehmen das Konzert als Förderer und Inserenten. Passmann: »Ohne Sponsoren könnten wir eine so große Veranstaltung nicht organisieren. Darum sind wir allen Unterstützern – den Hauptsponsoren ebenso wie den Förderern und Inserenten – von Herzen dankbar für ihr Engagement. Sie helfen uns damit, anderen zu helfen.«

Karten für das Benefizkonzert des Rotary Clubs gibt es im Vorverkauf beim Weinkostenladen, Bad Nauheim; bei der Wetterauer Zeitung, Bad Nauheim; im Reisebüro Messerschmidt, Bad Nauheim und Friedberg; bei Büro König, Friedberg oder in der Engel-Apotheke, Friedberg sowie an der Abendkasse.

Das Brentano-Quartett Frankfurt ist die Quartett-Formation des Brentano-Ensembles Frankfurt. Das Brentano-Ensembles besteht seit dem Jahr 2011. Streicher des hr-Sinfonieorchesters bilden den Kern des Ensembles, das sich auf groß besetzte Streicherkammermusik (Quintett bis Oktett) spezialisiert hat.

Quelle: https://www.wetterauer-zeitung.de/wetterau/bad-nauheim-ort78877/bad-nauheim-friedberg-gefluechtete-vor-ort-unterstuetzen-rotary-club-startet-benefizkonzert-91480700.html

Quo vadis, Bad Nauheim? Bürgermeister Klaus Kreß zu Gast im Rotary-Club

Unter strengen 2-G-Kriterien stellte Bürgermeister Kreß auf Einladung von Rotary-Präsident Jens Paßmann am Dienstag im Hotel Dolce im Gespräch mit den Rotariern Ulli Krafft, Heinz-Joachim Wagner und Stefan Zettl seine Pläne für die Zukunft von Bad Nauheim vor. Vor rund 20 Rotariern und 18 Online-Teilnehmern wies er zunächst darauf hin, dass die Kur-stadt von Corona genau so überraschend betroffen gewesen sei wie alle anderen auch, in der Umsetzung von Pandemie-Maßnahmen aber schneller als viele andere reagiert habe und gut aufgestellt sei. Zu den vorrangigen Zielen des Bürgermeisters gehören der Neubau der Therme, für die inzwischen mehr als 50 Prozent der Gewerke vergeben seien, die neue Tiefgarage sowie das Thermen-Hotel.

Kreß legte dar, dass die Stadt ihre Attraktivität weiter steigern wolle. Einzelhandel und Gastronomie bräuchten einen Erlebnisraum Innenstadt mit noch mehr Grün, um die Aufenthaltsqualität zu steigern. Co-working und Pop-up Stores könnten Leerstand ver-meiden helfen, auch wenn gegen die Breite des Internets kaum anzukommen sei. In den Kolonnaden könnte unter Nutzung von Fördermitteln ein solcher Co-working-space entstehen. Gleichzeitig wolle man als attraktive Kurstadt den Tourismus stärken.

Als Problem sieht Kreß die hohen Immobilienpreise – die Kurstadt setze Fördermittel für eine bezahlbare Belegung der Neubauten ein. Die Zahl der Sozialwohnungen liege im Bundesschnitt, Investoren müssten 15 Prozent preiswertes Wohnen auf zehn Jahre bieten oder eine Ablöse zahlen, die der Bad Nauheimer Wohnungsbaugesellschaft für preiswertes Bauen zur Verfügung stehe. Im Neubau-gebiet Bad Nauheim-Süd seien 80 Prozent der Häuser an Bad Nauheimer Familien gegangen, weil man Bauland vor allem den Einheimischen anbiete. 

Die Verkehrsanbindung sei dabei essentiell: Car-Sharing, Fahrrad-Nutzungs-Modelle und -wege gehörten dazu, individuelle Mobilität sei für viele Bürger unabdingbar. Zwar sei eine autofreie Stadt noch eine Vision für die Zukunft, doch arbeite man mit vielen Maßnahmen an der Reduzierung des Autoverkehrs. Die Mobilitätsbefragung mit großem Rücklauf habe ergeben, dass der Stadtbus bis 2024 mit anderen Routen und Fahrzeugtypen neu aufge-stellt werden müsse. „Autofrei geht aber nur, wenn attraktive Parkangebote da sind, dies braucht Zeit und Geld“, betonte der Bürgermeister. Der neue Stadtbus werde 2024 rollen, der Bau des Parkdecks solle 2023 begonnen werden. Die Idee eines autark fahrenden Kurbähnchens von der Frankfurter Straße zur Innenstadt könnte auch zum Konzept gehören. 

Unter vergleichbaren Städten sieht sich Bad Nauheim eher im Austausch mit Wiesbaden, Darmstadt, Bad Homburg oder Kronberg als mit der Nachbarstadt Friedberg, deren Struktur und Standards historisch bedingt ganz anders seien. Gemeinsam verfolgten Friedberg und Bad Nauheim dennoch mehrere Projekte; ein ausgeglichener Haushalt sei nicht der alleinige Maßstab, wenn man „schönste Stadt der Wetterau“ bleiben wolle. Wer nicht investiere, müsse später umso mehr aufwenden, weil dann auch Handel und Gewerbe zurückgingen, betonte Kreß.

Als zusätzliches Leitbild solle das Kneipp-Heilbad bald Wirklichkeit werden, eine Co2-freie Wärmeversorgung sei angestrebt. Mittel- bis langfristiges Ziel sei ein selbstbewusstes, klimaneutrales Heilbad. Dabei spiele die Finanzierung die entscheidende Rolle, nicht die Politik: Wie die Erfahrung zeige, sei – wenn die Konzepte überzeugten – kommunal die politische Konstellation nachrangig. Allerdings müssten die politischen Prozesse schneller werden, forderte der Bürgermeister.

Mit Blick auf Gewerbe und Industrie gebe es Kooperationen, wie etwa bei der inzwischen bundesweit renommierten „kalten Nahwärme“, die als universitäres wissenschaftliches Projekt begonnen habe. Auch die Digitalisierungsstrategie sei ein Beispiel für wirtschaftliche Partnerschaften, die Verwaltung setze dabei auf externe Kompetenz. In die Weiterentwick-lung der Stadt seien die Ortsteile einbezogen, allerdings unter sorgfältiger Beachtung ihrer jeweiligen, historisch gewachsenen Identität. Zu einem neuen Eisstadion hatte Bürger-meister Kreß keine Neuigkeiten. Möglich sei eine Planung an die B3 herangerückt in der Talaue. Doch ohne größere finanzstarke Investoren seitens des EC werde es nicht gehen.

In der abschließenden Fragerunde nannte Klaus Kreß als Zeitschiene für die großen Kern-vorhaben die Fertigstellung der Therme samt Tiefgarage bis September 2023, Hotelinnen-ausbau und Anbindung zur Sauna könnten bis August 2024 geschafft werden, wenn Corona nicht zu einer weiteren Knappheit der Ressourcen, Teuerung und Zeitverzögerungen führe.

Neue Laptops für das Müfaz

Der Rotary Club Bad Nauheim-Friedberg hat Ute Latzel, Geschäftsführerin des 1991 gegründeten Mütter- und Familienzentrums Bad Nauheim, kurz Müfaz, zwei kameratauglichen Laptops mit Headset für einen Lernraum sowie ein Headset und einer Laptop-Kamera für eine Familie übergeben. Rotary-Präsident Michael Frielinghaus und die Mitglieder Hafid Rifi und Ulrich Habermehl machten deutlich, der Club wolle helfen, die Situation der Kinder und Jugendlichen während der Pandemie zu verbessern, die keinen Zugang zu Internetgeräten haben.

Bei der Übergabe regten die Rotarier an, Menschen zu suchen, die Zeit und Lust haben, Kindern und Jugendlichen in den Räumen des Müfaz schulische Unterstützung zu bieten – eine entsprechende Initiative will der Club nun starten.

Künstler mit Wurzeln in der Wetterau

Der in Köln wirkende Albertus Magnus, einer der bedeutenden Gelehrten des 13. Jahrhunderts, schreibt in einem Traktat: »Die Vollkommenheit einer Stadt hängt von den in ihr gepflegten Künsten ab.«

Diese Hochschätzung, auch der bildenden Kunst als wichtigem Kulturträger, ist in den 15 sehr kulturlos-dürftigen Monaten der nun hoffentlich überstandenen Corona-Pandemie stark ins Wanken geraten. Offensichtlich sind Kulturschaffende die Hauptleidtragenden dieser Seuche, die weit mehr als »nur« gesundheitlich-seelische Verwüstungen hinterlassen hat.

Umso ermutigender die Zeichen des Aufbruchs und Neubeginns. Eines davon ist die am Samstagnachmittag in den Räumen des Friedberger Kunstvereins von Joachim Albert als dessen Leiter und dem Präsidenten des Rotary Clubs Bad Nauheim-Friedberg, Michael Frielinghaus, eröffnete Ausstellung »Von Gebliebenen und Heimkehrern«. Sie wird bis Sonntag, 11. Juli, bei freiem Eintritt zu sehen sein und zeigt 25 Werke von zehn Künstlerinnen und Künstlern.

»Kulturgüter«, so Joachim Albert in seiner Eröffnung, sind mehr als nur Baudenkmale. Zu ihnen zählen gleichbedeutend Werke der bildenden Kunst. Die im Kunstverein präsentierten Arbeiten von Claudia Larissa Artz, Barbara Feuerbach, Cornelia Freitag, Barbara Heinisch, Ingrid Hornef, Raphael Rack, Peter Schubert, Jürgen Wegener, Christine Wigge und Su-Koung-Yu sind allesamt Werke von Menschen, die ihre Wurzeln beziehungsweise ihren Lebensmittelpunkt in der Wetterau haben.

Michael Frielinghaus, derzeitiger Präsident des Rotary Clubs, der die Schau finanziell gefördert hat, zeigte sich in seinen Begrüßungsworten beeindruckt vom Niveau der Ausstellung. Sie zeige, dass die Region nicht hinter den großen Kunstschauplätzen zurückstehe.

Bei Joseph Beuys studiert 

Beim Abschreiten der gezeigten Werke fällt als erstes die Arbeit »Schwarz-Roter Tanz« auf – ein aktuelles Werk der in Bad Nauheim lebenden und arbeitenden Barbara Heinisch, die unter anderem an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys studiert hat und mit ihren Bildern weltweit präsent ist. Das düstere halb gegenständliche Werk wird flankiert von Barbara Feuerbachs Arbeiten »Dunkelmänner« und »Schattenmänner«.

Der in Friedberg lebende, zwischenzeitlich in der Musikbranche tätige, Raphael Rack ist mit einem unbetitelten abstrakten Ölbild aus dem vergangenen Jahr vertreten. Als Laie sieht man dem Werk nicht an, aus welch‹ aufwendigem Schaffensprozess es hervorgegangen ist.

Rack arbeitet mit Pinsel, Messer, Rakel, Spachtel und bloßen Händen. Mehrere Farbschichten verleihen seinem großformatigen Bild einen plastischen Charakter.

Prof. Peter Schubert gehört zu den Gründungsmitgliedern des Friedberger Kunstvereins. Auch er ist mit zwei großformatigen, mehrfach übermalten Acrylwerken aus den Jahren 1988 und 1993 vertreten. Das Mittel der Übermalung ist, so Schubert, seit Mitte des letzten Jahrhunderts ein vielfach verwendetes Stilmittel in der bildenden Kunst. Übermalungen verleihen dem Werk Tiefe und machen es zum Sinnbild der vergehenden Zeit.

Cornelia Freitag, seit 1990 Professorin im Studiengang Kommunikationsdesign an der Hochschule Rhein-Main, stellt ihre ausgestellten Werke aus dem vergangenen Jahr unter das Motto: »Aber der bereichert mich, der mich ganz anderes sehen lässt als das, was ich alltäglich sehe« (Paul Valéry). Alltägliches, wie den auf einem ihrer Bilder angedeuteten Wasserlauf mit großen Steinen in seinem Bett, mit nicht-alltäglichem Blick sehen: Das sei für sie eine der großen Herausforderungen – nicht nur – für die bildende Kunst.

Rotary-Club spendet 2000 Euro

Eine Rückenmarkverletzung mit Querschnittlähmung stellen Betroffene und Angehörige vor zunächst nahezu unlösbare Probleme, bis man die ersten Verbindungen für die tägliche Betreuung und Hilfe geknüpft hat. In dieser Phase hilft die Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten in das neue Leben mit der Behinderung – ein wichtiger Grund für den Rotary-Club Bad Nauheim-Friedberg, diese Erstberatung zu fördern.

»Die Betroffenen sind immer älter. Etwa 140 000 bis 160 000 Querschnittgelähmte gibt es in Deutschland, jährlich kommen rund 2500 bis 3000 neue Fälle hinzu. Fast 70 P aller Betroffenen sind Männer. Während früher häufig Verkehrs- und Sportunfälle die Hauptursache darstellten, hat sich in den letzten 20 Jahren eine Verlagerung hin zu Bandscheibenvorfällen und altersbedingten Verschleiserscheinungen ergeben – das Durchschnittsalter der Betroffenen ist seit 1995 von 35 auf 60 Jahre angestiegen«, schreibt der Rotary-Club in einer Pressemitteilung.

Diese Entwicklung könne auch als Hinweis dafür dienen, dass Verkehrssicherheit und Unfallprävention besser geworden seien. Die Behandlung erfolge in Deutschland in rund 30 Spezialzentren, von denen es in jedem Bundesland etwa eines bis zwei gebe. »Für den Bereich des Wetteraukreises sind als Erstbehandlungszentren die Unfallklinik in Frankfurt-Seckbach und die WernerWicker-Klinik in Bad Wildungen zuständig. Hilfe ergänzt die medizinischen Betreuung An allen Erstbehandlungszentren hat die Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten Stützpunkte«, heißt es weiter vonseiten des Rotary-Clubs.

Rotarier kündigen weitere Hilfe an 

Auch in der Wetterau beraten demnach Betroffene andere Betroffene. Zudem werde die Begleitung von der Operation bis zum Wiedereinstieg ins Alltagsleben unterstützt, auch ein Angehörigenberatungsdienst existiere.

Der Rotary-Club mit Präsident Michael Frielinghaus fördert diese ehrenamtliche Hilfe mit 2000 Euro. Die Fördergemeinschaft soll aber auch in den kommenden Jahren mit den Rotariern rechnen können, heißt es weiter in der Pressemitteilung des Rotary-Clubs.